Ich hatte noch einen spontanen Anfall von Wahnsinn und habe mal wieder über 10000 Wörter geschrieben und damit die 80k vollgemacht. Seit diesem Tag (dem 20.) habe ich aber kein Wörtchen mehr auf den Bildschirm gebracht, und daran wird sich jetzt auch nichts mehr ändern. Letzte Woche war ich auf Seminar weg, und trotz Einzelzimmer kann ich mich dort einfach nicht konzentrieren. Zu viele nette Leute, mit denen ich Zeit verbringen will, zu viele Informationen, zu viel Zuhören. Und die Zimmer sind ganz kahl.
Ja, ich kann im Zug schreiben - aber da gibt es ja auch keine Menschen, mit denen ich mich unterhalten wollen würde. Nur viele andere, die das Pendeln genauso nervt wie mich.
Und da sind wir auch schon bei dem Grund, wieso ich gerade jetzt nicht schreibe: Weil ich Umzugskartons packen soll - was ich nicht tue, weil ich diesen Blogeintrag schreibe. Bücher lese. Und lauter total unvernünftige Dinge tue.Wie dem auch sei, jedenfalls habe ich Umzug, und der NaNo ist geschlossen.
Ein Fazit ziehe ich dann, wenn ich wieder irgendwo angekommen bin und nicht mehr zwischen den Welten festhänge. ;)
Von Plotlöchern und anderen Katastrophen.
Anjas Schreibtagebuch.
Dienstag, 29. November 2011
Freitag, 11. November 2011
[Tag 10] Nach dem Sieg ein Schläfchen.
Ich habe den NaNo dieses Jahr in neun Tagen gewonnen. Das ist unfassbar, aber noch unfassbarer finde ich, dass ich am Mittwoch trotz eines acht Stunden-Arbeitstages 8734 Wörter geschrieben habe. Das ist der Wahnsinn. So viel habe ich während meines Urlaubs an keinem einzigen Tag hinbekommen, obwohl ich viel, viiiel mehr Zeit hatte. Gut, ich gebe zu: Danach war ich hinüber, meine Hände haben gezittert, und am morgen danach war ich totmüde. Zur Nachahmung würde ich es also nicht unbedingt empfehlen - aber das war der eine Tag des Wahnsinns, den bis jetzt jeder meiner NaNos hatte. Der Tag, an dem man von seinem eigenen Ziel angezogen wird wie von einem Magneten.
Am zehnten Tag ging dann dementsprechend überhaupt nichts mehr. Ich hatte den Laptop als Belohnung nicht mit in den Zug genommen und wollte stattdessen ein bisschen Plotarbeit machen, was nicht funktioniert hat, weil ich die Zugfahrten in einem annähernd komatösen Dämmerzustand verbracht habe, der sich auch daheim nicht aufgelöst hat. Und dann habe ich entschieden, dass ich mich nicht zum Schreiben zwingen werde und diese Nullrunde einlege, weil ichs kann und will, und weil mein Gehirn mir ganz offensichtlich mitteilen wollte, dass es eine Pause braucht. Gut, Gehirn: Das kann ich nachvollziehen. ;)
Insofern hatte ich gestern meine einzige Nullrunde dieses Jahr, und ich würde sagen, dass ich mir diesmal zur Abwechslung Urlaub vom NaNo genommen habe. Ist auch ok, so lange ich heute wieder angreife. Ich habe nicht vor, bis zum Ende des Novembers Däumchen zu drehen - ganz bestimmt nicht.
Am zehnten Tag ging dann dementsprechend überhaupt nichts mehr. Ich hatte den Laptop als Belohnung nicht mit in den Zug genommen und wollte stattdessen ein bisschen Plotarbeit machen, was nicht funktioniert hat, weil ich die Zugfahrten in einem annähernd komatösen Dämmerzustand verbracht habe, der sich auch daheim nicht aufgelöst hat. Und dann habe ich entschieden, dass ich mich nicht zum Schreiben zwingen werde und diese Nullrunde einlege, weil ichs kann und will, und weil mein Gehirn mir ganz offensichtlich mitteilen wollte, dass es eine Pause braucht. Gut, Gehirn: Das kann ich nachvollziehen. ;)
Insofern hatte ich gestern meine einzige Nullrunde dieses Jahr, und ich würde sagen, dass ich mir diesmal zur Abwechslung Urlaub vom NaNo genommen habe. Ist auch ok, so lange ich heute wieder angreife. Ich habe nicht vor, bis zum Ende des Novembers Däumchen zu drehen - ganz bestimmt nicht.
Kategorie:
NaNoWriMo
Dienstag, 8. November 2011
[Tag 8] Alltag und ein Todesfall.
Mein Urlaub ist vorbei, die Arbeit hat mich seit gestern wieder. Das macht mir bis jetzt erschreckend wenig aus - die Zugfahrten lassen sich dank Laptop wirklich effektiv nutzen (pro Fahrt 1000 Wörter sind auf jeden Fall drin), was ich hauptsächlich der Desktopedition von Write or Die zu verdanken habe. Sonst lasse ich mich im Zug viel zu leicht ablenken, aber genau dagegen arbeitet WoD ja am effektivsten. Wer kann schon einen sich rot färbenden Bildschirm und schauerliche Klänge in den Kopfhörern ignorieren?
Gestern habe ich trotz eines 11-Stunden-Tages und obwohl ich dank Übernachtungsstätte Bruder nur eine Zugfahrt hatte, insgesamt tatsächlich über 3000 Wörter geschrieben. Wie und wann? Keine Ahnung, aber es hat funktioniert.
Ich bin einfach total in der Geschichte drin, und daran kann das erhöhte Stresslevel jetzt erst Mal auch nichts ändern. Im Gegenteil: Erst jetzt sehe ich das Schreiben bewusst als Belohnung. Ich habe zwar viel weniger Zeit, bin aber besser eingestellt, und das kann es halbwegs kompensieren.
Außerdem bin ich jetzt über die emotional schwierigste Stelle des Plots hinweg: Der Tod einer Hauptfigur. Premiere für mich, und ich kann so viel sagen: Es hat mich ordentlich erwischt. Ich war so emotional drin, dass ich im Nachhinein nicht das Gefühl habe, an der Entstehung dieser Szenen beteiligt gewesen zu sein - und vielleicht finde ich sie auch genau deswegen so gut. Ich bin wirklich zufrieden, auch, wenn es mich für ein, zwei Tage ziemlich geschlaucht und auch langsamer gemacht hat.
Im Plot werden dadurch jetzt Energien frei, und dadurch kommt die Geschichte erst richtig in Fahrt. Darauf freue ich mich jetzt - und auf die nächste Fahrt mit der Deutschen Bahn.
Das perfekte Paradoxon, nicht wahr?
Gestern habe ich trotz eines 11-Stunden-Tages und obwohl ich dank Übernachtungsstätte Bruder nur eine Zugfahrt hatte, insgesamt tatsächlich über 3000 Wörter geschrieben. Wie und wann? Keine Ahnung, aber es hat funktioniert.
Ich bin einfach total in der Geschichte drin, und daran kann das erhöhte Stresslevel jetzt erst Mal auch nichts ändern. Im Gegenteil: Erst jetzt sehe ich das Schreiben bewusst als Belohnung. Ich habe zwar viel weniger Zeit, bin aber besser eingestellt, und das kann es halbwegs kompensieren.
Außerdem bin ich jetzt über die emotional schwierigste Stelle des Plots hinweg: Der Tod einer Hauptfigur. Premiere für mich, und ich kann so viel sagen: Es hat mich ordentlich erwischt. Ich war so emotional drin, dass ich im Nachhinein nicht das Gefühl habe, an der Entstehung dieser Szenen beteiligt gewesen zu sein - und vielleicht finde ich sie auch genau deswegen so gut. Ich bin wirklich zufrieden, auch, wenn es mich für ein, zwei Tage ziemlich geschlaucht und auch langsamer gemacht hat.
Im Plot werden dadurch jetzt Energien frei, und dadurch kommt die Geschichte erst richtig in Fahrt. Darauf freue ich mich jetzt - und auf die nächste Fahrt mit der Deutschen Bahn.
Das perfekte Paradoxon, nicht wahr?
Samstag, 5. November 2011
[Tag 4] Schreibsucht und neue Ziele
Meine Bilanz von Tag 3 und 4: 7800 und 6580 geschriebene Wörter, macht insgesamt 28.126 Wörter. Ich habe also 28.126 Wörter in vier Tagen geschrieben.
Das ist total irre. Ich wusste ja, dass ich mir einen Vorsprung herausschreiben würde, durch die Woche Urlaub, und ich habe damit gerechnet, dick und fett im grünen Bereich zu sein - alles andere wäre für den Rest des Monats einfach fatal gewesen, weil der alles andere als entspannt wird.
Aber das es so läuft, ist absolut unfassbar, selbst für mich, die von sich selbst hin und wieder durchaus Unfassbares gewohnt ist.
Es ist irgendwie so, als hätte ich die Büchse der Pandora meiner Schreibleistung geöffnet: Ich weiß jetzt, wie verdammt viel ich schaffen und wie gut ich mich dabei fühlen kann. Das macht süchtig. Ganz abgesehen davon, dass es auch süchtig macht, in der Top 10 der Tintenzirkel-Naniten zu sein. Das ist ein ziemlich exklusiver Kreis von ausschließlich Verrückten, und auch wenn ich nicht glaube, dass ich mich dauerhaft da oben halten kann, macht es mich gerade glücklich.
Ansonsten habe ich mich jetzt entschieden, mir mein persönliches Wortziel nach oben zu setzen, damit ich gar nicht erst in Versuchung komme, nach den 50.000 Wörtern das Dokument zu schließen und für den Rest des Novembers nicht mehr zu öffnen. Ich will diesen November zu dem besten Schreibmonat machen, den ich jemals hatte, damit ich in Zukunft ein Aushängeschild habe, auf dem steht: "Das kannst du schaffen! Jetzt heul nicht rum, du prokrastinierende Memme!"
Ich habe mir kurz ausgerechnet, wie viel Wörter ich habe, wenn ich von jetzt an jeden Tag 2000 Wörter schreibe, und da komme ich mit meiner jetzigen Wortzahl zusammen fast genau auf 80.000.
Also gebe ich das in meinem jugendlichen Größenwahn als mein neues Ziel aus und bin gespannt, ob was daraus wird. Der Plot, darauf kann ich mich jetzt schon festlegen, wird dafür locker reichen.
Die Geschichte wird ein ziemliches Riesenbaby, so wie es derzeit aussieht - und das ist sehr liebevoll gemeint. ;)
Das ist total irre. Ich wusste ja, dass ich mir einen Vorsprung herausschreiben würde, durch die Woche Urlaub, und ich habe damit gerechnet, dick und fett im grünen Bereich zu sein - alles andere wäre für den Rest des Monats einfach fatal gewesen, weil der alles andere als entspannt wird.
Aber das es so läuft, ist absolut unfassbar, selbst für mich, die von sich selbst hin und wieder durchaus Unfassbares gewohnt ist.
Es ist irgendwie so, als hätte ich die Büchse der Pandora meiner Schreibleistung geöffnet: Ich weiß jetzt, wie verdammt viel ich schaffen und wie gut ich mich dabei fühlen kann. Das macht süchtig. Ganz abgesehen davon, dass es auch süchtig macht, in der Top 10 der Tintenzirkel-Naniten zu sein. Das ist ein ziemlich exklusiver Kreis von ausschließlich Verrückten, und auch wenn ich nicht glaube, dass ich mich dauerhaft da oben halten kann, macht es mich gerade glücklich.
Ansonsten habe ich mich jetzt entschieden, mir mein persönliches Wortziel nach oben zu setzen, damit ich gar nicht erst in Versuchung komme, nach den 50.000 Wörtern das Dokument zu schließen und für den Rest des Novembers nicht mehr zu öffnen. Ich will diesen November zu dem besten Schreibmonat machen, den ich jemals hatte, damit ich in Zukunft ein Aushängeschild habe, auf dem steht: "Das kannst du schaffen! Jetzt heul nicht rum, du prokrastinierende Memme!"
Ich habe mir kurz ausgerechnet, wie viel Wörter ich habe, wenn ich von jetzt an jeden Tag 2000 Wörter schreibe, und da komme ich mit meiner jetzigen Wortzahl zusammen fast genau auf 80.000.
Also gebe ich das in meinem jugendlichen Größenwahn als mein neues Ziel aus und bin gespannt, ob was daraus wird. Der Plot, darauf kann ich mich jetzt schon festlegen, wird dafür locker reichen.
Die Geschichte wird ein ziemliches Riesenbaby, so wie es derzeit aussieht - und das ist sehr liebevoll gemeint. ;)
Donnerstag, 3. November 2011
[Tag 2] Battlewahnsinn und geweckter Ehrgeiz.
6625 Wörtchen gestern macht 13746 insgesamt.
Oh man, ich bin komplett durchgeknallt. Aber der Tintenzirkel lässt mir keine Wahl, denn die Battlegruppe, mit der sich meine Battlegruppe duelliert, hat schon am ersten Tag drei Leute mit mehr als 10000 Wörtern im Repertoire gehabt. Ja, das ist bekloppt. Nicht ich mit meinen popeligen 7k. (Ja, ich weiß: Man kann sich auch Dinge schönreden, die längst nicht mehr schönzureden sind.)
Lange Rede, kurzer Sinn: Mein Ehrgeiz ist geweckt. Andere sind bekloppt, dann will ich auch bekloppt sein.
Und wer jetzt denkt, ich würde nur noch Schwachsinn schreiben ... der denkt, was ich vor jeder Szene befürchte, was jedoch zu meiner eigenen Verwunderung nicht eintritt. Klar sind da stellen dabei, wo man den Rotstift ansetzen muss, aber eben nicht im November. Und so im Großen und Ganzen sagt selbst mein Lektor manchmal durch den Türschlitz im Schrank, dass da durchaus ein paar Dinge dabei sind, die sich ziemlich gut lesen lassen.
Ehrlich gesagt, wäre das nicht der Fall, würde es auch nur halb so viel Spaß machen. Ich weiß, der NaNo soll es provozieren, dass man Mist schreibt und das auch aushält, aber hey - wenn es anders geht, dann bin ich froh drum. Dann macht auch das Überarbeiten mehr Spaß und endet nicht in einem einzigen: "Was zur Hölle habe ich mir denn dabei gedacht?!"
Was außerdem gerade zu meiner Überlebenshilfe wird, ist der Fitzelplot an meiner Wand. Szene für Szene klebt auf Packpapier, und immer, wenn ich nicht weiß, wie's weitergeht, laufe ich zu meiner Wand und lese mir die nächsten paar Zettel durch. Und dann erwecke ich sie zum Leben.
Ich hatte ein bisschen Sorge, dass mich dieses starre Gerüst einschränken könnte. Aber weil ich die Ideen liebe, die in diesen starren Gerüst stecken, ist gerade das Gegenteil der Fall. Es spornt mich an, so nach dem Motto: "Noch drei Szenen, dann gibt's die Schlägerei, auf die ich schon seit Anno Dazumal hinhibble!"
Nein, es gibt in meiner Geschichte bis dato keine Schlägerei ... aber wahrscheinlich sollte ich eine einbauen.
Kleiner Ausblick auf meinen Plan für Tag 3: Nicht weniger bekloppt werden. Die 20k knacken.Ich brauche ja nur lächerliche 6,3k dazu. Hahaha! ( ... Da, Kinder, das ist Größenwahn.)
Oh man, ich bin komplett durchgeknallt. Aber der Tintenzirkel lässt mir keine Wahl, denn die Battlegruppe, mit der sich meine Battlegruppe duelliert, hat schon am ersten Tag drei Leute mit mehr als 10000 Wörtern im Repertoire gehabt. Ja, das ist bekloppt. Nicht ich mit meinen popeligen 7k. (Ja, ich weiß: Man kann sich auch Dinge schönreden, die längst nicht mehr schönzureden sind.)
Lange Rede, kurzer Sinn: Mein Ehrgeiz ist geweckt. Andere sind bekloppt, dann will ich auch bekloppt sein.
Und wer jetzt denkt, ich würde nur noch Schwachsinn schreiben ... der denkt, was ich vor jeder Szene befürchte, was jedoch zu meiner eigenen Verwunderung nicht eintritt. Klar sind da stellen dabei, wo man den Rotstift ansetzen muss, aber eben nicht im November. Und so im Großen und Ganzen sagt selbst mein Lektor manchmal durch den Türschlitz im Schrank, dass da durchaus ein paar Dinge dabei sind, die sich ziemlich gut lesen lassen.
Ehrlich gesagt, wäre das nicht der Fall, würde es auch nur halb so viel Spaß machen. Ich weiß, der NaNo soll es provozieren, dass man Mist schreibt und das auch aushält, aber hey - wenn es anders geht, dann bin ich froh drum. Dann macht auch das Überarbeiten mehr Spaß und endet nicht in einem einzigen: "Was zur Hölle habe ich mir denn dabei gedacht?!"
Was außerdem gerade zu meiner Überlebenshilfe wird, ist der Fitzelplot an meiner Wand. Szene für Szene klebt auf Packpapier, und immer, wenn ich nicht weiß, wie's weitergeht, laufe ich zu meiner Wand und lese mir die nächsten paar Zettel durch. Und dann erwecke ich sie zum Leben.
Ich hatte ein bisschen Sorge, dass mich dieses starre Gerüst einschränken könnte. Aber weil ich die Ideen liebe, die in diesen starren Gerüst stecken, ist gerade das Gegenteil der Fall. Es spornt mich an, so nach dem Motto: "Noch drei Szenen, dann gibt's die Schlägerei, auf die ich schon seit Anno Dazumal hinhibble!"
Nein, es gibt in meiner Geschichte bis dato keine Schlägerei ... aber wahrscheinlich sollte ich eine einbauen.
Kleiner Ausblick auf meinen Plan für Tag 3: Nicht weniger bekloppt werden. Die 20k knacken.Ich brauche ja nur lächerliche 6,3k dazu. Hahaha! ( ... Da, Kinder, das ist Größenwahn.)
Mittwoch, 2. November 2011
[Tag 1] (Un)gewohnter Wahnsinn
Machen wir uns keine Illusionen: Wir sind alle bekloppt. Und der Tintenzirkel war gestern noch etwas bekloppter. Manchmal sieht man ja schon in den NaNo-Foren diese Gestalten, die am ersten Tag schon den halben NaNo geschafft haben und hält das für eine Fata Morgana. So eine Art: Ja, ich weiß, es gibt sie - aber ich bezweifle, dass sie menschlich sind.
Gestern hat der Tintenzirkel bewiesen, dass auch eindeutig menschliche Wesen sowas schaffen können - 20.000 Wörter an einem Tag wurden gebrochen. Da komme ich mir mit meinen 7000irgendwas-Wörtern ja geradezu harmlos normal vor.
Auch, wenn ich noch nie besser in einen NaNo gestartet bin.
Tja, ich habe dieses Jahr auch irgendwie andere Ziele. Vielleicht werde ich durch meinen Urlaub diese Woche größenwahnsinnig, aber ich würde gerne mehr als die 50000 Wörter schreiben. Nicht, wie im ersten Jahr, eine Woche vor Ende einfach aufhören. Nicht wie letztes Jahr einen Tag vor Ende halbtot über die Ziellinie krebsen.
Ich will mehr schaffen, und da kommt mir dieser Start gerade recht. Und das graue Wetter. Und die Zeit.
Und anstatt hier weiter zu prokrastinieren, noch ein schnell ein paar Sentimentalitäten und dann öffne ich das Dokument wieder:
Man, hat mir das Schreiben gefehlt. Ich bin gerade sehr, sehr zufrieden mit mir, mit Edenrot und mit der Welt. Und es ist gerade erst losgegangen.
Das muss einfach ein großartiger November werden!
Gestern hat der Tintenzirkel bewiesen, dass auch eindeutig menschliche Wesen sowas schaffen können - 20.000 Wörter an einem Tag wurden gebrochen. Da komme ich mir mit meinen 7000irgendwas-Wörtern ja geradezu harmlos normal vor.
Auch, wenn ich noch nie besser in einen NaNo gestartet bin.
Tja, ich habe dieses Jahr auch irgendwie andere Ziele. Vielleicht werde ich durch meinen Urlaub diese Woche größenwahnsinnig, aber ich würde gerne mehr als die 50000 Wörter schreiben. Nicht, wie im ersten Jahr, eine Woche vor Ende einfach aufhören. Nicht wie letztes Jahr einen Tag vor Ende halbtot über die Ziellinie krebsen.
Ich will mehr schaffen, und da kommt mir dieser Start gerade recht. Und das graue Wetter. Und die Zeit.
Und anstatt hier weiter zu prokrastinieren, noch ein schnell ein paar Sentimentalitäten und dann öffne ich das Dokument wieder:
Man, hat mir das Schreiben gefehlt. Ich bin gerade sehr, sehr zufrieden mit mir, mit Edenrot und mit der Welt. Und es ist gerade erst losgegangen.
Das muss einfach ein großartiger November werden!
Montag, 31. Oktober 2011
NaNo - Countdown
Man sollte ja denken, im dritten Jahr lässt einen der Wahnsinn so langsam los. Man wird ruhiger. Abgeklärter.
Bei mir ist das nicht so. Ich freue mich auf Mitternacht wie ein kleines Kind an Weihnachten. Ich bin gespannt auf meinen ersten Satz. Ich freue mich riesig auf meine Charaktere. Auf die Geschichte, auf die ich jetzt seit drei Wochen hinhibble.
Auf das gegenseitige Anfeuern und miteinander Schreiben im Tintenzirkel. Darauf, dass Prokrastinieren wieder was so Besonderes ist, dass man darüber philosophieren kann, wieso man es gerade tut.
Auf Zeit für mich, die ich mir seit Anfang September nicht mehr genommen habe.
Und auf das Schreiben. Ganz besonders auf das Schreiben an sich.
Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich heute Nacht - nach Monaten der Abstinenz - wieder nach Hause komme. Ich bin mir zwar nicht so sicher, ob dieses zu Hause für mich aufgeräumt und vorgeheizt wurde oder ich erst mal durchfegen und Holz in den Kamin werfen muss, aber fürs Erste reicht es mir, zu wissen, dass ich um Mitternacht durch die Tür treten darf.
Was mich dann erwartet, das weiß man ja nie so genau - aber das ist erst Mal kein Grund, sich nicht zu freuen.
Insofern: Lasset die Spiele beginnen!
Und das lieber gestern als heute. ;)
Bei mir ist das nicht so. Ich freue mich auf Mitternacht wie ein kleines Kind an Weihnachten. Ich bin gespannt auf meinen ersten Satz. Ich freue mich riesig auf meine Charaktere. Auf die Geschichte, auf die ich jetzt seit drei Wochen hinhibble.
Auf das gegenseitige Anfeuern und miteinander Schreiben im Tintenzirkel. Darauf, dass Prokrastinieren wieder was so Besonderes ist, dass man darüber philosophieren kann, wieso man es gerade tut.
Auf Zeit für mich, die ich mir seit Anfang September nicht mehr genommen habe.
Und auf das Schreiben. Ganz besonders auf das Schreiben an sich.
Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich heute Nacht - nach Monaten der Abstinenz - wieder nach Hause komme. Ich bin mir zwar nicht so sicher, ob dieses zu Hause für mich aufgeräumt und vorgeheizt wurde oder ich erst mal durchfegen und Holz in den Kamin werfen muss, aber fürs Erste reicht es mir, zu wissen, dass ich um Mitternacht durch die Tür treten darf.
Was mich dann erwartet, das weiß man ja nie so genau - aber das ist erst Mal kein Grund, sich nicht zu freuen.
Insofern: Lasset die Spiele beginnen!
Und das lieber gestern als heute. ;)
Kategorie:
NaNoWriMo
Freitag, 7. Oktober 2011
NaNoWriMo 2011 - Edenrot
Tja, ich habe mich entschieden: Ich werde mich dieses Jahr zum dritten Mal dem Wahnsinn unterwerfen und beim NaNo mitmachen. After Eden habe ich zur Feier dieses Entschlusses endlich einen deutschen Arbeitstitel verpasst: Edenrot. Und Edenrot werde ich dieses Jahr zu hoffentlich mindestens 50.000 Wörtern schreiben.
Dafür gebe ich meinen ersten Entwurf für den Anfang auf (Kein Ding - das habe ich bis jetzt bei jedem meiner Romane getan. Mehrmals.) und beginne wieder bei 0 - was sich so und so anbietet, weil sich viele Dinge verändert haben und sich eine junge Dame namens Amé zusehens in den Vordergrund drängt und ihren Teil der Geschichte einfordert.
Nachdem mein NaNo letztes Jahr ja durchaus eher ... anstrengend war, hoffe ich dieses Jahr auf die Euphorie meiner ersten NaNo-Teilnahme, kombiniert mit dem Biss der zweiten, und dann kann gar nichts mehr schief gehen. Hö hö.
Jedenfalls werde ich versuchen, hier zumindest jeden zweiten Tag ein kleines Update darüber zu geben, wie es so läuft. Letztes Jahr war ich auch da inkonsequent, aber diesmal wird alles anders und viel besser.
Oder so.
Wie dem auch sei: Zur weiteren Einstimmung hab ich schon mal ein Cover für Edenrot gebastelt - eigentlich ja für die NaNo-Homepage bzw. mein Profil, aber nachdem der Relaunch noch auf sich wartet, dachte ich mir, ich teile es schon mal an dieser Stelle.
Dafür gebe ich meinen ersten Entwurf für den Anfang auf (Kein Ding - das habe ich bis jetzt bei jedem meiner Romane getan. Mehrmals.) und beginne wieder bei 0 - was sich so und so anbietet, weil sich viele Dinge verändert haben und sich eine junge Dame namens Amé zusehens in den Vordergrund drängt und ihren Teil der Geschichte einfordert.
Nachdem mein NaNo letztes Jahr ja durchaus eher ... anstrengend war, hoffe ich dieses Jahr auf die Euphorie meiner ersten NaNo-Teilnahme, kombiniert mit dem Biss der zweiten, und dann kann gar nichts mehr schief gehen. Hö hö.
Jedenfalls werde ich versuchen, hier zumindest jeden zweiten Tag ein kleines Update darüber zu geben, wie es so läuft. Letztes Jahr war ich auch da inkonsequent, aber diesmal wird alles anders und viel besser.
Oder so.
Wie dem auch sei: Zur weiteren Einstimmung hab ich schon mal ein Cover für Edenrot gebastelt - eigentlich ja für die NaNo-Homepage bzw. mein Profil, aber nachdem der Relaunch noch auf sich wartet, dachte ich mir, ich teile es schon mal an dieser Stelle.
Freitag, 19. August 2011
Neue Schuhe ... oder so.
Ich mag mein neues Projekt After Eden. Ich mag die Protagonisten, ich mag das Setting, ich mag meine Zielsetzungen und meine Pläne. Gut, mir fehlt immer noch der Antagonist. Der kleine Fiesling lässt sich einfach nicht blicken. Aber das allein wäre kein Grund zur Traurigkeit. Ich mag das, was ich bis jetzt geschrieben habe - kleinere Kennenlernszenen und einen ca. 10000 Wörter langen Anfang. Es fängt eigentlich gerade wieder an zu laufen.
Aber ich stelle gerade fest - und irgendwie macht mir das Angst - dass ich meine Piraten vermisse. Ich habe zwar gerade keine Lust, den dritten Teil zu überarbeiten, aber das steht in keinem Widerspruch zueinander. Ich vermisse nicht die Geschichte, sondern das Gefühl. Das Gefühl, mich beim Schreiben in eine Hängematte legen zu können und die Rasselbande einfach machen zu lassen. Ich habe die sechs Chaoten einfach unglaublich lieb gewonnen in diesen drei Jahren, und noch mehr: Ich habe sie gegen Ende so genau gekannt, dass ich kaum noch Anstrengung investieren musste, um sie authentisch wirken zu lassen.
Jetzt bewege ich mich beim Schreiben auf schwammigem Untergrund, ich suche nach der Stimme meiner Perspektivträger. Ich weiß, wie sie sind - Charakterbögen sind ausgefüllt, ich habe Bilder von jedem von ihnen, ich weiß, was sie antreibt und was nicht - aber ich muss ständig überprüfen, ob das bei meiner Schreibe auch rüberkommt. Ich kenne sie noch nicht gut genug, um in jeder Situation sofort zu wissen, wie sie reagieren.
Beispiel?
Kjam rettet Rhia vor den Sklavenhändlern, und eigentlich sollte die olle Kratzbürste irgendwann von ihm genervt sein, ihm eins aufs Maul geben und abhauen - nur, um dann später wieder umzukehren, von Schuldgefühlen geplagt. Aber sie will ihm keine runterhauen. Sie findet ihn seltsam und ziemlich dämlich, aber sie ist viel zu fertig mit den Nerven, um diesen Empfindungen Luft zu machen. Und jetzt muss ich mir noch mal überlegen, wie ich ihre Beziehung aufbaue und Handlung daraus ziehe, weil sie im Moment viel zu friedlich nebeneinanderherexistieren. Kein Konflikt. So geht das doch nicht!
Irgendwie fühlt sich Schreiben gerade an, wie durch einen Sumpf zu waten. Es macht nur begrenzt Spaß.
Wahrscheinlich klingt das alles gerade so, als würde ich die Herausforderung scheuen ... ist auch so. Wer strengt sich schon gerne an, nachdem er zumindest zwei Jahre lang in seinen Protas lesen konnte wie in einem offenen Buch?
Aber wenn ich mich jetzt zurückerinnere, war es mit ihnen am Anfang auch nicht anders. Irgendwie sperrig und unbequem, wie ein Paar neuer Schuhe. Das Einlaufen ist bei mir immer sehr anstrengend, aber so ist das halt mit den Anfängen. Ich bin gut dran, wenn ich ihn nur drei Mal neu schreiben muss.
Aber ich stelle gerade fest - und irgendwie macht mir das Angst - dass ich meine Piraten vermisse. Ich habe zwar gerade keine Lust, den dritten Teil zu überarbeiten, aber das steht in keinem Widerspruch zueinander. Ich vermisse nicht die Geschichte, sondern das Gefühl. Das Gefühl, mich beim Schreiben in eine Hängematte legen zu können und die Rasselbande einfach machen zu lassen. Ich habe die sechs Chaoten einfach unglaublich lieb gewonnen in diesen drei Jahren, und noch mehr: Ich habe sie gegen Ende so genau gekannt, dass ich kaum noch Anstrengung investieren musste, um sie authentisch wirken zu lassen.
Jetzt bewege ich mich beim Schreiben auf schwammigem Untergrund, ich suche nach der Stimme meiner Perspektivträger. Ich weiß, wie sie sind - Charakterbögen sind ausgefüllt, ich habe Bilder von jedem von ihnen, ich weiß, was sie antreibt und was nicht - aber ich muss ständig überprüfen, ob das bei meiner Schreibe auch rüberkommt. Ich kenne sie noch nicht gut genug, um in jeder Situation sofort zu wissen, wie sie reagieren.
Beispiel?
Kjam rettet Rhia vor den Sklavenhändlern, und eigentlich sollte die olle Kratzbürste irgendwann von ihm genervt sein, ihm eins aufs Maul geben und abhauen - nur, um dann später wieder umzukehren, von Schuldgefühlen geplagt. Aber sie will ihm keine runterhauen. Sie findet ihn seltsam und ziemlich dämlich, aber sie ist viel zu fertig mit den Nerven, um diesen Empfindungen Luft zu machen. Und jetzt muss ich mir noch mal überlegen, wie ich ihre Beziehung aufbaue und Handlung daraus ziehe, weil sie im Moment viel zu friedlich nebeneinanderherexistieren. Kein Konflikt. So geht das doch nicht!
Irgendwie fühlt sich Schreiben gerade an, wie durch einen Sumpf zu waten. Es macht nur begrenzt Spaß.
Wahrscheinlich klingt das alles gerade so, als würde ich die Herausforderung scheuen ... ist auch so. Wer strengt sich schon gerne an, nachdem er zumindest zwei Jahre lang in seinen Protas lesen konnte wie in einem offenen Buch?
Aber wenn ich mich jetzt zurückerinnere, war es mit ihnen am Anfang auch nicht anders. Irgendwie sperrig und unbequem, wie ein Paar neuer Schuhe. Das Einlaufen ist bei mir immer sehr anstrengend, aber so ist das halt mit den Anfängen. Ich bin gut dran, wenn ich ihn nur drei Mal neu schreiben muss.
Kategorie:
After Eden,
Lern- und Leidenszeiten
Samstag, 18. Juni 2011
Wieso schreibe ich?
Keine Sorge, das hier wird kein Post, in dem ich den Sinn des Schreibens für mich angezweifelt habe; das könnte ich gar nicht mehr.
Vielmehr habe ich mich heute - nachdem ich noch was über das "Young Writers Program" des NaNoWriMo gelesen habe - gefragt, woher eigentlich der Gedanke in meinen Kopf kam, ich könnte Bücher schreiben. Dieses Young Writers Program ist super, großartig, wenn Lehrer ihre Schüler oder Eltern ihre Kinder schon früh ermutigen, kreativ zu schreiben.
Aber in meinem eigenen Umfeld gab es keine Schriftsteller - Buch-affine Menschen, ja, von denen eine ganze Menge, aber jemanden, der mich zum Schreiben animiert hätte? Nö. Klar, Märchen nacherzählen in der Schule, sowas hatten wir. Ich erinnere mich noch an die Aufgabe, das müsste in der 2. Klasse gewesen sein, ein Märchen nachzuerzählen, auf ein bis zwei Seiten. Ich saß den ganzen Nachmittag da, schrieb zehn Seiten und sagte vollkommen verzweifelt zu meiner Mutter: "Aber wie soll ich das den kürzer machen?!"
In meinem Zeugnis aus der 2. Klasse steht, ich hätte die Klasse mit selbstgeschriebenen Geschichten begeistert, und ehrlich gesagt erinnere ich mich an keine einzige davon. Seitdem ich das gelesen habe, krame und krame ich in meinem Gedächtnis, aber obwohl ich mich wirklich noch an viele Erlebnisse, sogar aus meiner Kindergartenzeit, im Detail erinnern kann, dazu will es nichts ausspucken.
Später, so mit 8 oder 10, wollte ich dann wirklich ein Buch schreiben - wahrscheinlich waren die Geschichten davor zu beiläufig und zu selbstverständlich, um sie richtig abzuspeichern. Ich erzählte mir eh abends vor dem Einschlafen selbst Fortsetzungsgeschichten - in der Retrospektive muss ich sagen, sie waren manchmal ganz schön brutal dafür, dass ich so behütet aufgewachsen bin.
Wie gesagt, um mein 10. Lebensjahr herum hatte ich diesen Wunsch, ein Buch zu schreiben. Ich denke, der unterschied sich nicht großartig von der Aussage eines Erwachsenen: "Ach, irgendwann will ich auch mal ein Buch schreiben." Und darin mitschwingend: "Das kann ja nicht so schwer sein."
Mit 10 bin ich natürlich nicht weiter gekommen als auf ein paar Seiten, aber ich erinnere mich immerhin an eine richtig abgeschlossene Kurzgeschichte. Leider finde ich sie heute nicht mehr, obwohl ich mich nicht bewusst daran erinnern kann, sie weggeworfen zu haben. Aber da wusste ich ja auch noch nicht, wohin das Schreiben und ich noch kommen würden. Es war ein schöner Tagtraum, nicht mehr.
Wer änderte das? Tolkien, natürlich. Ich hab den Herrn der Ringe mit 11 gelesen und mit 12 meinen ersten Roman begonnen - "Just a Dragon" war geboren. Es wäre nicht richtig zu sagen, dass ich seitdem schreibe. Tatsächlich bin ich mir relativ sicher, dass ich so zwischen 12 und 14 oft monatelang nicht geschrieben habe. Aber es hat mich nie wieder ganz verlassen - und als ich dann Kontakt zu einer Freundin bekam, die ebenfalls schrieb und die heute meine erste Betaleserin ist, verschoben sich meine Prioritäten und ich wurde von einem Kind, das jedes Hobby mal antestete und dann wieder fallen ließ, zu einem Teenager, der für das Schreiben erst mal alles andere fallen ließ.
Das Zeichnen und die Musik haben mich erst später wieder eingeholt, quasi hinterrücks, und sind heute mein Ausgleich immer dann, wenn mich die Romane nerven. Ob sie jemals zu mehr Status finden? Ich bezweifle es. ;)
Zurück zur zentralen Frage: Woher der Wunsch, ein Buch zu schreiben? Also, wo lag der Stein des Anstoßes? Ich glaube, der Schlüssel liegt da, in der 2. Klasse. Aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern.
Was sagt uns das? Irgendwie - auch, wenn das jetzt ekelhaft pathetisch klingt - war es wohl schon immer ein Teil von mir. Zumindest, so lange ich denken kann.
Vielmehr habe ich mich heute - nachdem ich noch was über das "Young Writers Program" des NaNoWriMo gelesen habe - gefragt, woher eigentlich der Gedanke in meinen Kopf kam, ich könnte Bücher schreiben. Dieses Young Writers Program ist super, großartig, wenn Lehrer ihre Schüler oder Eltern ihre Kinder schon früh ermutigen, kreativ zu schreiben.
Aber in meinem eigenen Umfeld gab es keine Schriftsteller - Buch-affine Menschen, ja, von denen eine ganze Menge, aber jemanden, der mich zum Schreiben animiert hätte? Nö. Klar, Märchen nacherzählen in der Schule, sowas hatten wir. Ich erinnere mich noch an die Aufgabe, das müsste in der 2. Klasse gewesen sein, ein Märchen nachzuerzählen, auf ein bis zwei Seiten. Ich saß den ganzen Nachmittag da, schrieb zehn Seiten und sagte vollkommen verzweifelt zu meiner Mutter: "Aber wie soll ich das den kürzer machen?!"
In meinem Zeugnis aus der 2. Klasse steht, ich hätte die Klasse mit selbstgeschriebenen Geschichten begeistert, und ehrlich gesagt erinnere ich mich an keine einzige davon. Seitdem ich das gelesen habe, krame und krame ich in meinem Gedächtnis, aber obwohl ich mich wirklich noch an viele Erlebnisse, sogar aus meiner Kindergartenzeit, im Detail erinnern kann, dazu will es nichts ausspucken.
Später, so mit 8 oder 10, wollte ich dann wirklich ein Buch schreiben - wahrscheinlich waren die Geschichten davor zu beiläufig und zu selbstverständlich, um sie richtig abzuspeichern. Ich erzählte mir eh abends vor dem Einschlafen selbst Fortsetzungsgeschichten - in der Retrospektive muss ich sagen, sie waren manchmal ganz schön brutal dafür, dass ich so behütet aufgewachsen bin.
Wie gesagt, um mein 10. Lebensjahr herum hatte ich diesen Wunsch, ein Buch zu schreiben. Ich denke, der unterschied sich nicht großartig von der Aussage eines Erwachsenen: "Ach, irgendwann will ich auch mal ein Buch schreiben." Und darin mitschwingend: "Das kann ja nicht so schwer sein."
Mit 10 bin ich natürlich nicht weiter gekommen als auf ein paar Seiten, aber ich erinnere mich immerhin an eine richtig abgeschlossene Kurzgeschichte. Leider finde ich sie heute nicht mehr, obwohl ich mich nicht bewusst daran erinnern kann, sie weggeworfen zu haben. Aber da wusste ich ja auch noch nicht, wohin das Schreiben und ich noch kommen würden. Es war ein schöner Tagtraum, nicht mehr.
Wer änderte das? Tolkien, natürlich. Ich hab den Herrn der Ringe mit 11 gelesen und mit 12 meinen ersten Roman begonnen - "Just a Dragon" war geboren. Es wäre nicht richtig zu sagen, dass ich seitdem schreibe. Tatsächlich bin ich mir relativ sicher, dass ich so zwischen 12 und 14 oft monatelang nicht geschrieben habe. Aber es hat mich nie wieder ganz verlassen - und als ich dann Kontakt zu einer Freundin bekam, die ebenfalls schrieb und die heute meine erste Betaleserin ist, verschoben sich meine Prioritäten und ich wurde von einem Kind, das jedes Hobby mal antestete und dann wieder fallen ließ, zu einem Teenager, der für das Schreiben erst mal alles andere fallen ließ.
Das Zeichnen und die Musik haben mich erst später wieder eingeholt, quasi hinterrücks, und sind heute mein Ausgleich immer dann, wenn mich die Romane nerven. Ob sie jemals zu mehr Status finden? Ich bezweifle es. ;)
Zurück zur zentralen Frage: Woher der Wunsch, ein Buch zu schreiben? Also, wo lag der Stein des Anstoßes? Ich glaube, der Schlüssel liegt da, in der 2. Klasse. Aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern.
Was sagt uns das? Irgendwie - auch, wenn das jetzt ekelhaft pathetisch klingt - war es wohl schon immer ein Teil von mir. Zumindest, so lange ich denken kann.
Kategorie:
Schreiberleben
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